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Prof. Rudolf Sarközi ist von uns gegangen


Prof. Sarközi Mariazell 2015, KV-Roma A. Sarközi

Wir trauern um unseren Vorsitzenden des Volksgruppenbeirates der Roma, Prof. Rudolf Sarközi. Prof Sarközi ist am 12. März 2016 im 72. Lebensjahr verstorben.

Die Funktion des Volksgruppenvorsitzenden hatte er seit der Gründung des Volksgruppenbeirates 1995 inne.
Prof. Sarközi war Mitinitiator der Roma-Wallfahrt nach Mariazell. Diese findet nun seit 1996 statt.
1991 gründete er in Wien den "Kulturverein österreichischer Roma", welchem er als als Obmann vorstand.

Dem Roma-Aktivist war die Volksgruppenanerkennung 1993 ein großes und wichtiges Anliegen.
Prof. Sarközi leistet für die Volksgruppe bedeutende Arbeit. Er war ein Kämpfer, dem es wichtig war, das sich auch junge Volksgruppenangehörige für die Volksgruppenarbeit interessieren und für die Anliegen der Volksgruppe engagieren.

Unsere aufrichtige Anteilnahme gilt seiner Familie.

Und immer sind da Spuren Deines Lebens, Gedanken, Bilder
und Augenblicke - sie werden uns an Dich erinnern, uns

glücklich und traurig machen und Dich nie vergessen lassen.



Abschließen möchte ich mit zwei Zitaten von Prof. Sarközi.

"ES GIBT KEINE RASSEN, ES GIBT NUR MENSCHEN ANDERER HAUTFARBE UND ANDERER NATIONALITÄT"

"Jeder muss seine eigene Spur hinterlassen"

Du lieber Rudi, hast sehr viele Spuren hinterlassen! Danke, für deine Arbeit!


Prof. Sarközi mit WallfahrerInnen in Marizell 2002, Walter Fikisz

20. ROMA-WALLFAHRTSGOTTESDIENST
am Sonntag, 9. August 2015 um 10.00 Uhr, in Mariazell

 Hauptzelebrant: Bischof Wilhelm Krautwaschl,
Mitzelebranten: Roma-Seelsorger Fabian Mmagu und Helmut Schüller, Pater Karl
Gebete: 19. Sonntag im Jahreskreis B

 Musikalische Gestaltung: Indira Gussak (?), Rusza Nikolic-Lakatos
Orgel:    Willi Lamer          Kantor: Pater Karl
Lektoren:  Franz Ofner, Christine Sztubics, Manuela Horvath, Gina Tury, …

Eine Gruppe der Wallfahrer geht vom Busparkplatz (Treffen der Wiener und Burgenland Gruppe)  bis zur Basilika. Einige kommen privat mit dem Auto.

9.30 Uhr: Treffen vor dem Kirchenportal (Westportal) und Ministrant/innen sofort in die Sakristei
Wallfahrer gehen gleich zur Basilika und nehmen spätestens ab 09:40 Uhr Platz beim Hochaltar.
9.45 Uhr: Aufstellung vor dem Kirchenportal (Südturmeingang)                                                                         
Kreuz- und Kerzenträger/innen, Lektor/innen und Kinder für den Gabenzug

ERÖFFNUNG

 Feierlicher EINZUG - Orgel                                                                        09.50 Uhr

Statio beim Gnadenaltar: (gleich nach dem Orgelspiel)

Gebet: Gegrüßet seist du Maria in Bgld. Roman und  Romanes

Beim Hauptaltar:

Eröffnungslied: ein Roma-Lied Rusza Nikolic-Lakatos

Inzens des Altares

BEGRüSSUNG
Superior Pater Karl Schauer: allgemeine Begrüßung und Hinweis auf Roma-Wallfahrt
Bischof Wilhelm Krautwaschl

KYRIE  - Lied: GL Nr. 134 (Volksgesang: Orgel, alle, Kantor)


GLORIA - GL Nr. 413 – (Volksgesang: Orgel, alle)


WORTGOTTESDIENST

 Tagesgebet


1. LESUNG – 1 Kön 19, 4-8 (in Roman)

Antwortgesang -  instrumental und Psalm (ein Vers), Kervers GL – 37,


2. LESUNG Eph 4,30 – 5,2 ( in Romanes und Deutsch)

 Halleluja – Roma; Rusza Nikolic-Lakatos

 EVANGELIUM Joh 6,41-51 in Deutsch

 PREDIGT  - Bischof Wilhelm Krautwaschl
Glaubensbekenntnis gesprochen

 Spendung der Firmung

Roma-Lied instrumental

 FüRBITTEN:          

Zum Herrn Jesus Christus, der uns aus allen Völkern und Sprachen zu seiner Kirche berufen hat, beten wir voll Vertrauen:

  1. Deutsch
Unsere Zeit mit ihrer großen Vielfalt an Meinungen verlangt immer mehr ein gelebtes christliches Zeugnis. Gott, hilf mir und allen jungen Menschen, die in diesem Jahr zur Firmung gegangen sind, dass wir offen sind für dein Wort und mit der Kraft deines Geistes unseren Lebensweg gehen. Lass uns zum Licht für die Welt und zum Salz der Erde werden.   

  1. Bgld. Roman
O Del, de le tel dschumipenge phenjenge taj phralenge oda, so  le dschivipeske lenge pekamlo ol, le nasvalenge te i sor, kaj pumaro keresto schaj ledschen taj terdschar lenge loschane taj latsche pomoschagoschtscha upri rik. - Gott; schenke allen benachteiligten Schwestern und Brüdern das, was sie zum Leben brauchen, die Kranken lass ihr Kreuz mutig tragen und stelle  ihnen freundliche und gute Helfer zur Seite.  

  1. Deutsch
Herr, überall werden Mauern errichtet: in unseren Köpfen und in der Realität, zwischen Armen und Reichen, Starken und Schwachen,  - Inländern und Ausländern, zwischen Roma und Gadje, etc. - Wir wollen mutig sein, Mauern einreißen und Brücken bauen. Gott, gib uns Kraft und hilf uns gegen den Strom zu schwimmen, über Brücken zu gehen und jeden Menschen offen und respektvoll zu begegnen. 

  1. Sintitiko
Debel, diro sor is anno swinto turo amaro tschipen. Me manga dut, le mansa sor, dikhes anno si, dass me we ga nassolo. Du pe nawa klopf anno gascht on me la duke, dupen dass mange dale mange halauda. Hilf ab diro lab tschanes schugar.
Herr, der du lebst durch den Geist Gottes in uns.  Wir bitten dich, lass uns in unseren Schwächen stark sein, lass uns erkennen, dass du Körper Geist und Seele gesund machst. Denn du sagst in deinem Wort, klopf an, so wird dir aufgetan und bitte, so wird dir gegeben. Hilf uns, stets darauf zu vertrauen. 

  1. Deutsch
Gott, wir bitten dich für Sarah - die heute das Sakrament der Firmung empfangen hat - dass sie, ihrer Berufung entsprechend, den richtigen Weg durchs Leben findet, glücklich wird und ihr der Glaube immer weiterhilft. 

  1. Bgld. Roman
Amen gondolinas upro amare mule, save amen mindig ande amaro vodschi ledschaha. Le lengero ileto upre, kaj o vilago feder te ol taj de lenge i sor ando khetanipe le dschelnenca te dschil.
Wir denken an unsere Verstorbenen, die wir immer in unsere Herzen tragen werden. Nimm ihr Leben an, als Beitrag für eine bessere Welt und gib ihnen Anteil am Leben in Fülle in der Gemeinschaft deiner Heiligen. 

·         Amen molinas tut schun amen.
·         Wir bitten dich erhöre uns. 

Allmächtiger, ewiger Gott, du hast uns als dein Volk zusammengerufen.  Zu dir führen alle Wege, du gibst ihnen Richtung und Ziel. So höre unser Beten, und schenke allen Menschen dein Heil. Durch Christus, unseren Herrn. - A: Amen.

EUCHARISTIEFEIER

Gabenbereitung
Gabenzug mit Roma-Musik  instrumental

Gott, wir tragen Symbole, die das Leben und die Lebensrealität von uns Roma und Sinti spiegeln, vor Dich. Symbole, die für Freude, Hoffnung, aber auch für Sorgen und Probleme stehen. Gaben, die uns durch unseren Alltag begleiten, die die ganze Fülle des Lebens aufzeigen. 

i mumeli – die Kerze
Wir bringen diese Kerze. Sie wurde von Roma-Kindern bei der Vorbereitung für die Wallfahrt gebastelt. Die Kerze bringt Licht und Wärme. Beides brauchen wir Menschen um positiv in die Zukunft zu gehen.  Wir bringen dieses Licht auch für all jene, die heute - aus verschiedenen Gründen - nicht mit uns sein können. Wir denken an sie und tragen sie im Herzen. 

o kereko – das Rad
Gott, wir bringen unsere Vergangenheit, geprägt von Schicksalsschlägen, Wandern und Flucht zu Dir. Ständig waren und mussten wir umherziehen. Diese Vergangenheit lehrte uns Misstrauen und Angst. Wir machen uns Sorgen, wenn wir vermehrt Nachrichten über steigenden Rassismus und Diskriminierung in Europa hören.

o dhroto taj i roslina  - Stacheldraht und Rose
Im Nationalsozialismus  waren zahlreiche Menschen hinter Zäunen oder Mauern eingeschlossen. Auch der Geist, das freie Denken eines Großteils der Bevölkerung, war wie hinter Gittern eingesperrt und eingeschränkt. Der Stacheldraht steht symbolisch für Ungerechtigkeit und Unmenschlichkeit. 70 Jahre nach Ende des zweiten Weltkrieges werden wieder Grenzen, Mauern und Zäune errichtet: z.B. in der Slowakei, in Ungarn, an den Außengrenzen Europas. Menschen werden wieder ausgeschlossen, eingesperrt, verletzt und getötet. Es stimmt uns traurig.
Die Rosen - Symbol der Liebe, Hoffnung und Freude – veranschaulichen aber, dass auch in einer so schlimmen Zeit immer noch etwas blühen kann: der Geist und die Solidarität der Menschen, die sich gegen ungerechte Strukturen auflehnen; die Ideale und Werte der Menschen, die nicht mit dem Strom schwimmen; das Engagement vieler Ehrenamtlicher, die Mut und Zuversicht vielen Armen und Notleidenden schenken; und die Hoffnung, dass solche tragischen Ereignisse wie unter der NS-Zeit nie wiederkehren.


o hajo – das Schiff
Gott, wir möchten besonders an die Flüchtlinge, die im Mittelmeer um ihr Leben kämpfen bzw. ihr Leben lassen, denken. Angst vor den Fremden und vor Unbekanntes breitet sich in der Gesellschaft aus. Wir haben in der Vergangenheit ähnliche Erfahrungen gemacht, daher möchten wir heute alle ermutigen mit Offenheit und Hilfsbereitschaft auf Menschen, die auf der Flucht sind, zuzugehen.


i kompas – der Kompass
Wir sind im Leben unterwegs. Auf Wallfahrt zu gehen macht dies und mehr noch deutlich, nämlich: wir alle haben ein Ziel für unseren Lebensweg. Dieses Ziel heißt und ist Gott. So leiteten Sie, Herr Bischof Willhelm Krautwaschl, die Predigt ein. - In unserer Geschichte waren wir Roma und Sinti viel unterwegs und sind daher auf der ganzen Welt zerstreut. Unser tiefer Glaube begleitete uns dabei immer und gab uns Orientierung. Er führt uns auch heute nach Mariazell.


o mačo - der Fisch
Der Fisch ist eine Überlieferung aus dem neuen Testament und prägt die christliche und traditionelle Haltung der deutschen Sinti: Der Fisch ist das Erkennungszeichen der Christen und steht für Opfer, Zusammenhalt und Lebenserhaltung sowie Reinigung und Neugeburt. Er stärke uns in unserem Glauben.


i biblina - Die Bibel
„O Del use pre fatschuvtscha vakerel“, „Gott spricht zu seinen Kindern“, so heißt die Kinderbibel die in das burgenländische Roman übersetzt wurde. Gott, wir bringen dir diese Bibelübersetzung. Sie ist uns wichtig, da wir in unserer Muttersprache zu und mit Dir sprechen können.


o maro, i mol taj o paj  - Brot, Wein und Wasser
Gott, wir bringen Dir Brot, Wein und Wasser.
Brot steht für TEILEN. Wir teilen das Brot mit unseren Gästen. Gastfreundschaft ist für uns sehr wichtig.
Der Wein steht für FEIERN. Feste feiern, zusammenkommen, musizieren, tanzen, essen und trinken. Feste feiern heißt aber auch unsere Kultur pflegen und erhalten.
Wasser steht für LEBEN. Unser Leben ist geprägt durch Rassismus, Diskriminierung und Vorurteile, aber trotz allem auch durch Glauben, Hoffnung und Liebe.

SANCTUS: GL Nr. 388 – (Volksgesang: Orgel, alle)

Vater unser jede/r in ihre/seiner Gebetssprache

Friedensgruß – ev. in Romanes und Deutsch

Lamm Gottes GL Nr. 139, (Volksgesang: Orgel, alle, Kantor)

Kommunion: 2 Roma – Lieder; Rusza Nikolic-Lakatos

nach Kommunion – Danklied: GL 963 Marienlied

Kurze Stille

Schlussgebet

Ankündigung / dank - Rudi Sarközi und Monika Scheweck - Hinweise

segen (ev. auf Romanes)
Es segne euch der allmächtige Gott, der Vater, und der Sohn, und der Heilige Geist. - Amen.
Te sentelinel tumen o baro Del, o Dad, taj o tschau, taj o dschelno gajst. – Amen.

Entlassungsruf

traditionelle Romahymne - Rusza Nikolic-Lakatos

Auszug - Orgel

PROGRAMMHINWEIS:
11.00 Uhr Gelegenheit zur Begegnung vor der Basilika
12.00 Uhr Mittagessen
13.30 Uhr Kaffee im Superiorat mit Verantwortlichen der Volksgruppen (15-20 Pers.)
14.30 Uhr bis 15.30 Uhr kulturelles Programm  am Nordseite bei Basilika
16:30 Uhr Abschluss (Gebet, Lied und Segen) – beim offenen Marienaltar


19. Sonntag im Jk. - Lj B                                      20. Roma-Wallfahrt, Firmung           OAMDG

L1: 1Kön 19,4–8; L2: Eph 4,30 – 5,2; Ev: Joh 6,41–51        Mariazell

Wir sind im Leben unterwegs. Auf Wallfahrt zu gehen macht dies und mehr noch deutlich, nämlich: wir alle haben ein Ziel für unseren Lebensweg. Dieses Ziel heißt und ist Gott.

   Als Roma sind Sie heuer zum 20. Mal nach Mariazell aufgebrochen. Das Ziel, das uns am Ende des Lebens verheißen ist, ist keine bloße Vertröstung auf ein Danach am Ende des Lebens. Vielmehr ist es schon heute, hier und jetzt mitten unter uns gegenwärtig und erfahrbar. Beide Aspekte erlangen gerade anlässlich des Jubiläums der Wallfahrt eine besondere Gewichtung: Gott als unser Ziel und Gott, der mitten unter uns gleichsam als Lebensmittel gegenwärtig ist. Zu beiden Aspekten möchte ich Ihnen ein paar kurze Gedanken mit auf den Weg geben.

1.         Gott als das Ziel: Wir alle wissen uns unterwegs – schauen wir z. B. auf die Straßen, wie viele tausende und abertausende Menschen in diesen Wochen sich aufmachen, um von einem Ort zu einem anderen zu gelangen. All das könnte als "Wallfahrt" des heutigen Menschen interpretiert werden: die einen sehnen sich nach Erholung, andere kehren an ihre Wohnorte zurück; viele müssen tagaus, tagein längere oder kürzere Wegstrecken auf sich nehmen, um einer Arbeit nachgehen zu können. Wieder andere treten ihren letzten Weg hier auf Erden an ... Die Bilder vom Unterwegssein ließen sich wohl auch von jeder und jedem der heute hier Mitfeiernden ergänzen und vervollständigen. Klar ist: ohne um ein Ziel zu wissen, würde all das zu einem bloßen Herumirren, zu einer andauernden Suche ohne Finden. Und damit wäre der zurückgelegte Weg letztlich auch ein Irrweg. – Jedem Aufbruch und Neuanfang aber wohnt eine Sehnsucht inne, die –und das sagt uns die persönliche Erfahrung – zu erreichen wir gewillt sind. Somit ist unser Dasein als Menschen auf dem Weg immer geprägt vom Ziel her. Vom Ende. Und damit vom Leben. Vom Leben bei und mit Gott. Ist es dann nicht aber auch so, dass vom Ziel her betrachtet jeder Augenblick meines Daseins ein neues Gepräge, eine neue Tiefe, ein neues und intensives Erleben ermöglicht? – Ich glaube, es würde sich lohnen, dem im eigenen Dasein einmal bewusst nachzuspüren: wenn ich mich als Mensch unterwegs verstehe, unterwegs zur Lebenswirklichkeit, die wir Gott nennen, dann würde jeder Schritt, den ich setze, – und eigentlich nur dann (!) – das rechte Gewicht erhalten. Ich selbst könnte den heutigen Tag hier bloß als Termin, dem ein Bischof nachzukommen hat, interpretieren. Mein Herkommen wäre demnach einzig Pflichterfüllung und damit auch bald wieder vorbei. Wenn ich aber das Leben bei Gott und mit IHM am Ende der Zeiten mir in jener großen Stadt vorstelle, von der die Offenbarung berichtet, dann birgt jede Begegnung hier in der Zeit eigentlich auch schon Vorwegnahme und Realisierung des Ewigen in sich. Wenn ich heute hierher nach Mariazell gepilgert bin, dann eben, weil ich mit Ihnen – wo auch immer Sie herkommen – erfahren kann und darf, dass wir eine Familie sind, die nämlich der Kinder Gottes, der Kirche eben. Und ich möchte diese paar Augenblicke – es sind ohnedies einige Stunden – dann unter diesem Vorzeichen verstehen bzw. mehr noch: leben, was wir in der Lesung aus dem Epheserbrief vernommen haben. Wenn wir nämlich gütig zueinander, barmherzig und vergebungsbereit sind und einander lieben (vgl. Eph 4,325,1), dann entsprechen wir dem Lebensstil vom Ziel her.

2. Wie von selbst bin ich damit beim 2. Gedankengang angekommen. Die Sakramente der Kirche sind sichtbare Zeichen dafür, dass das Ziel nicht nur irgendwann Platz greifen wird, sondern jetzt, heute und hier - zumindest anfanghaft bereits erfahren und erlebt werden kann.
Liebe Sarah!   
Mit Deinem Weg heute hierher realisierst Du Dein Menschsein. Du sagst: Mein Leben ist eines von Gott her und daher auch auf Ihn hin. Deutlich wird das in einigen Augenblicken durch das Gebet und die Handauflegung sowie die Salbung. Ja: Gott greift nach Dir in Deinem ganz persönlichen Leben!, rufe ich Dir zu. So wie er mich ergriffen hat, so wie er allen in der Taufe zugesagt hat: "Du Mensch bist nicht irgendwo jemand in diesem riesigen Universum. Nein: Du, Mensch, bist unendlich wertvoll, weil Du geliebt bist von mir! – und daher werde ich nicht müde, Zeit des Lebens mich Dir immer wieder aufs Neue zu schenken. So wie Du täglich Brot nötig hast, um überleben zu können, so bin ich Dir Nahrung!" Ja, mehr noch, Gott spricht gleichsam: "Ich lasse mich ganz ein auf Dein Leben. Ich selbst mache mich klein: ein wenig Öl, ein kurzer Augenblick, ein kleines Stück Brot usw. – Das, was Dir für das Ende vorausgesagt ist, wird tatsächlich im Hier und Heute schon erfahrbar." Und dazu, liebe Sarah, brauchst Du eigentlich nichts anderes zu tun als Augenblick für Augenblick Ihm, Jesus, der dieses Brot ist, entsprechend zu leben, nämlich: gütig, barmherzig, vergebungsbereit und einander liebend.

3.         Liebe Wallfahrerinnen und Wallfahrer, liebe Firmkandidatin!

   Danke für Euer unterschiedliches Unterwegs-Sein. Danke aber erst Recht dafür, dass Ihr alle, so unterschiedlich Ihr auch seid, das Eine zum Ausdruck bringt: Er, unser Gott, ist unser Lebensziel. Er ist unser Gott, ist wie das für unser eigenes Dasein notwendige Brot. Er, unser Gott, ist jene Wirklichkeit, die wir durch unser Miteinander jetzt, heute und hier und auch in unserem Alltag an den unterschiedlichsten Orten, immer wieder angreifbar erleben lassen wollen, weil wir in der Nachfolge Jesu Christi Sein Wort in die Tat umsetzen wollen, Ihm also in unserem Leben Hand und Fuß geben wollen.

19. Kurke ando Jk. - Lj B   20. Romengero ladipe Cejiste, firmung     OAMDG

L1: 1Kön 19,4–8; L2: Eph 4,30 – 5,2; Ev: Joh 6,41–51       Cejiste 10:00 orenge   9.8.2015

Amen ande amaro dschivipe dromeske sam. O ladipe Cejiste ada sikal, amen le cilen cil hi amare dschivipeskere dromeske. Ada cil o Del hi.

O Roma ada bersch o bischto var pumen upro drom kerde. O cil, savo amenge uso ar le  dschivipestar primim hi, nan tschak jek trestinipe palo ar le dschivipestar. Butvar imar akan adi, adaj taj maschkarutnon tel amende adaj taj esbe te lel. So duj aspektscha resen use ada jubilejum adale ladipeske Cejiste jek barikani sor le Del ojs amaro cil taj le Del, savo maschkarutnon tel amende sar o habe pasche hi. Use so duj aspektscha kama tumenge harne gondi upro drom te del.

1.         O Del ojs cil:

            Amen sa dromeske sam – dikas amen upro droma, kitschi esertscha manuscha adala kurke upro drom pumen keren, kaj schaj usar jek than uso ar than te peren. Ada sa schaj ojs “rodipeskero ladipe” diklo ol: jek kamla upro nugodinipe te dschal, taj avre upre pumare atschipeskere thana pal an; kitschi dschene iste sako di duge vaj harne droma upre pumende len, kaj schaj buti keren. Avre o lejcti drom upre ada them keren. O kipi le dromestar sakotnestar pumen sikan . Nisaj cil te dschanel, upre dilinipeskere droma tut ledschel, sake dschenske o tschatscho drom pekal tena le lakla ov akor mindig upro rodipe ovla. Sako upre keripe jek nevo kesdipe hi – ada phenel amenge amaro terdschivipe. Afka amaro adaj te ol ojs manuscha upro drom mindig pregim hi jek cilistar. Le aristar. Taj afka le dschivipestar. Le dschivipestar pasche taj le Devleha.

Me adi ada di schaj tschak ojs termin, savo jek baro raschaj palal iste dschal, dikahi. Mro orde ajipe tschak jek mujsinipeskero keripe ovlahi taj te bojd papal ar lo ovlahi. Ham te me o dschivipe uso Del taj leha uso ar la cajtatar mange ande oda baro foro angle terdscharav, savestar o angle phenipe phukal, akor imar o talalinipe adaj sikal o mindig ande peste. Te me ada di adaj Cejiste phirtschom , akor vaschoda, kaj me tumenca – esbe schaj lav, hot jek familija sam, save o tschave le Devlestar adala khangeratar sam. 

2.       Sar fa söbst uso dujto gondolipeskero gejipe aun pejom. O sakramentscha la khangeratar dikle cajchn hi vaschoda, kaj tena o cil na tschak valakada jek than uschtidla, ham akan, adi taj adaj – imar esbe lim taj terdschivdo schaj ol.

3.         Kedveschne ladaschtscha taj ladaschkij!

Palikerav tumenge tumare mindenfelitike phiripeske. Ham meg buteder te palikerel kama, kaj tumen sa, asaj mindenfelitike san, savo tumendar ardschumim ol: Ov, amaro Del, amaro dschivipeskero cil hi. Ov amaro Del hi, hi sar o fi amaro ajgeni atschipeskero pekamlo maro. Ov, amaro Del, hi oda tschatschipe, savo duach amaro khetanipe akan, adi taj adaj taj ande amaro sako diveseskero di upro mindenfelitike thana mindig papal te terdschil te mukel, kaj amen ando keripe Jesu Christi leskero alav ando keripe prik te bescharel kamaha, leske ande amaro dschivipe va taj pre te del kamaha.


Foto: Zwei Bgld. Roma-Kinder tragen das Wallfahrtskreuz - Tina Horvath

Foto: Sinti-Junge aus München/Verein Madhouse mit Votivkerze - A. Sarközi/Kulturverein österr. Roma


Foto: Gina Tury/Oberwart - A.Sarközi/Kulturverein österr. Roma


Foto: Bischof mit Kinder - Manuela Horvath

Foto: Emmerich Gärtner-Horvath entzündet die Roma-Kerze - A. Sarközi/Kulturverein österr. Roma

Foto: Rudi Sarközi spricht Dankesworte -  A. Sarközi/Kulturverein österr. Roma

Foto: Christina Sztubics betet das Gegrüßet seist du Maria in Romanes - E. Gärtner-Horvath

Foto: Pater Karl Schauer begrüßt die Wallfahrer - E. Gärtner-Horvath

Foto: Firmung von Sarah Gärtner-Horvath - E. Gärtner-Horvath

Foto: Roma und Sinti aus Deutschland, Ungarn und Rumänien nahmen an der Wallfahrt teil. - E. Gärtner-Horvath

Foto: bgld. Roma-Mädchen übergibt einen Fisch zur Gabenbereitung - E. Gärtner-Horvath

Foto: kulturelles Nachmittagsprogramm mit Ausstelllung bei der Basilika - E. Gärtner-Horvath

Foto: bgld. Roma-Mädchen übergibt die muttersprachliche Kinderbibel zur Gabenbereitung - E. Gärtner-Horvath
Foto: kulturelles Nachmittagsprogramm  mit Rusza Nikolic-Lakatos bei der Basilika - E. Gärtner-Horvath

20. Gedenktag an das Bomben-Attentat


Einladung zum Gedenken an Josef Simon, Peter Sarközi, Karl und Erwin Horvath
Mittwoch, 4. Feber 2015

Gemeinsamer Lichterzug mit Bundespräsident Heinz Fischer zur Gedenkstätte

18:00 Uhr Treffpunkt vor dem Rathaus in Oberwart

18:15 Uhr Abmarsch

bei Schlechtwetter:

18:30 Uhr Treffpunkt und Abmarsch vom Wirtschaftshof, Dornburggasse 100, 7400 Oberwart

19:00 Uhr Beginn der Gedenkfeier bei der Roma-Gedenkstätte


Begrüßung: 
Emmerich Gärtner-Horvath und Bgm. Georg Rosner

SprecherInnen aus der Volksgruppe:
Manuela Horvath, Prof. Rudolf Sarközi, Stefan Horvath

SprecherInnen aus Kirche und Politik:
Bischof Dr. Paul Iby, Ägidius Zsifkovics & Superintendent Mag. Manfred Koch, LHStv. Franz Steindl, LH Hans Niessl, Bundespräsident Heinz Fischer

Ökumenisches Gebet mitgestaltet von SchülerInnen der BAKIP Oberwart

Musikalische Gestaltung: 
Stadtkapelle Oberwart, Romano Rath, Indira Gussak und SchülerInnen der BAKIP Oberwart

anschl. Treffen und Zusammenstehen in einem Zelt bei der Roma-Siedlung


Am 4. Februar 1995 kurz nach 23 Uhr brachen vier Männer zum Kontrollgang durch ihre Roma-Siedlung in Oberwart auf, weil sie verdächtigen Lärm gehört hatten.

Sie entdeckten auf einer Kreuzung rund 250 Meter von der Siedlung entfernt ein vermeintliches Verkehrszeichen. Es bestand aus einem Kunststoffsockel, einem etwa 1,20 Meter hohen Rohr sowie der darauf befestigten Tafel mit der Aufschrift „Roma zurück nach Indien”. Die vier versuchten diesen Gegenstand zu entfernen, dabei wurde der Zündmechanismus ausgelöst. Der Sprengstoff befand sich offenbar im oberen Drittel des Rohres, so dass die Splitter bei der Explosion den Brustkorb der Umstehenden treffen mussten. Gegen 23.45 Uhr hörten die BewohnerInnen der Oberwarter Roma-Siedlung einen dumpfen Knall. Josef Simon (geb. 18.1.1955, verheiratet und fünffacher Familienvater), Peter Sarközi (geb. 25.8.1968), Karl Horvath (geb. 12.6.1973) und sein jüngerer Bruder Erwin Horvath (geb. 14.11.1976) waren sofort tot, als die Sprengladung detonierte.

Bereits seit Anfang Dezember 1993 terrorisierte Franz Fuchs Österreich mit einer Serie von Brief- und Rohrbomben-Anschlägen. Bis Ende 1996 verletzte er dabei elf Menschen schwer und ermordete die vier Roma in Oberwart. 1997 wurde der Täter Franz Fuchs verhaftet, kurz nach seiner Verurteilung nahm er sich in der Haft das Leben.
Das Attentat hinterließ ein riesiges Loch in der Roma-Bevölkerung, aber auch in der Mehrheitsgesellschaft. Die Ermordung der vier Roma raubte den Hinterbliebenen ihre Väter, Brüder, Kinder, Onkel und Freunde. Die Zeit nach dem Attentat hinterließ bei vielen Angehörigen Angst. Erinnerungen an die Vernichtung in den Konzentrationslagern kamen bei der älteren Generation hoch, bei den Jüngeren war es die Angst vor weiteren Anschlägen gegen die Volksgruppe.

Einige Familien zogen nach dem Attentat aus der Roma-Siedlung weg. Damit hatte das Attentat über die unmittelbaren Opfer hinaus auch noch enorme Auswirkungen auf die ganze Minderheit in Oberwart und in Österreich.
Junge Roma meinten damals: „Beim Attentat habe ich niemanden verloren, der mit mir verwandt war. Trotzdem ist dieses Ereignis, das Schlimmste in meinem ganzen Leben und es prägte mich mehr als alles andere. … Aus Angst und mangelndem Selbstvertrauen, stehen immer weniger junge Roma zu ihrer Identität.“ – Leider trifft diese Aussage auch heute noch zu.
Emmerich Gärtner Horvath, Verein Roma-Service, sagte 1999 bei der Gedenkfeier: „Nach dem Attentat wollten viele Menschen, denen vorher die Situation der Roma egal war, unbedingt mit uns Kontakt aufnehmen. Trotzdem basierte jeder Versuch mehr auf Zwang, als auf freiwilliger Basis. Aber jene wenigen solidarischen Menschen, die uns Kraft und neuen Mut schenken wollten, schafften es, uns in dieser schwierigen Lage wieder aufzubauen.“

Ludwig Horvath, ein Freund von Josef Simon sprach letztes Jahr bei der Gedenkfeier: „Dieser Anschlag hat in den Familien und in der Roma-Siedlung Spuren hinterlassen. Tiefe Trauer und Hoffnungslosigkeit ist der Alltag. Roma und Sinti werden heute noch ausgegrenzt und der Rassismus wird immer mehr. – Immer wieder stelle ich mir die Fragen: WARUM wurden Roma und Sinti in den KZ’s ermordet? WARUM mussten hier vier junge Roma sterben? WARUM wird in der Öffentlichkeit alles schöngeredet und die Realität wird oft verschwiegen? - Auf diese Fragen von mir, gibt es sicher Antworten, aber auf diese Antworten werde ich immer sagen: WARUM, WARUM …“




Rückfragehinweis:
Referat für ethnische Gruppen, bes. Roma und Sinti, z.H. Monika Scheweck
7400 Oberwart, Wienerstr. 6, Tel. 0676/880 701 710,
E-Mail: roma.sinti.pastoral@martinus.at

Karl Horvath - Kunstschmied


"ES LOHNT SICH WIEDER ZU TRÄUMEN, 
DENN FRIEDE WIRD FRÜCHTE TRAGEN"


Karl Horvath  
(* 16.03.1950 in Eisenstadt, + 16.11.2013 in Wr. Neustadt)

Karl Horvath wurde als jüngstes von zwei Kindern geboren und wuchs in Mattersburg auf. Die ersten sechs Jahre seiner Kindheit lebte die Familie im Elterhaus seines Vaters, eines gelernten Dachdeckers.

Mitte der 50er Jahre bezogen sie ein neu errichtetes Haus. Er lernte  das Handwerk des Schmiedes: zuerst in Wr. Neustadt, dann beim Mattersburger Schmied Abraham. Als einziger von 40 Bewerbern legte er erfolgreich die Meisterprüfung ab.

1972 machte sich Karl Horvath selbständig und leitete einen Betrieb mit 12 Mitarbeitern. In wenigen Jahren wurde er zu einem erfolgreichen und anerkannten Schmied. Er heiratete und wurde zweifacher Vater.

Die harte körperliche Arbeit forderte jedoch ihren Tribut und er wurde schwer krank. Für den agilen Schmied bedeutete diese Erfahrung eine Zäsur. Nach der Genesung verschrieb er sich immer mehr der Kunst.



Was Andere als Schriftsteller oder mit Bildern ausdrücken,
probiere halt ich mit dem Schmieden auszudrücken.
Weil Maler werde ich keiner, Schriftsteller auch nicht, also schmiede ich.
Das habe ich gelernt.“

Hauptinspirationsquellen für seine Kunst waren Alltagsbeobachtungen, persönliche Erfahrungen und die Geschichte und Gegenwart der Burgenland-Roma. Karl Horvaths künstlerische Ausdrucksmöglichkeiten reichten von gegenständlichen, sehr realistischen Skulpturen, bis zu abstrakten Formen, deren Sinn sich erst bei intensiver Beschäftigung entschlüsselt. Die Themen, mit denen er sich befasste waren vielfältig.
 
Er beschäftigte sich mit existentieller Not,
"der unerhörte Schrei"
"Hilflos"
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 



mit der Darstellung des Menschen in einer durch Materialismus geprägten Welt,
„Die eiskalte Schönheit“
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 



aber auch mit Freude und Glück.
„Die Glückliche“
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Gemeinsam ist allen Kunstwerken von Karl Horvath, dass sie nie auf den Affekt aus sind und sich einer oberflächlichen Betrachtungsweise entziehen.
 
Es erfordert Zeit, sich auf sie einzulassen.


Ich möchte Zeit schenken …

Im Laufe der Jahre entstand auch zunehmend das Bedürfnis, seine künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten mit sozialem Engagement zu verknüpfen. Bei Projekten im In- und Ausland schmiedete er gemeinsam mit jungen Menschen, die es auch nicht leicht in ihrem Leben hatten.

So schmiedete er mit drei Burschen aus der sozialpädagogischen Wohngemeinschaft Pronegg Kotezicken/ Südburgenland einen modernen Lebensbaum.














In München entstand beispielsweise in einem von ihm geleiteten Jugendprojekt eine Familienskulptur mit dem Thema: Geschichte erinnern - Zukunft gestalten.














In Österreich wurde er mit seiner Schmiedekunst und der Integration sozialkritischer Themen führend für Ausdruckskunst.